Woche 1

Meine erste Woche hier ist vorbei und es fühlt sich so an, als wär ich schon viel länger hier. Einfach nur, weil ich schon so viel hier erlebt hab. 
In meiner Einrichtung, also der Kinderkrippe, war ich jetzt zwei mal. 
Einmal nur einen halben Tag und dann nochmal einen ganzen Tag, um den Tagesablauf und alles kennenzulernen und bis jetzt gefällts mir echt gut. 
Zuerst war ich in der Gruppe mit den größten Kindern, die ungefähr alle 2 Jahre alt sind und später wurde ich in eine von den kleineren Gruppen gesteckt, wo es mir bis jetzt am besten Gefallen hat, weil die Kinder zwar schon laufen konnten, aber insgesamt ein bisschen ruhiger waren.  
Eine erste Erfahrung war auch die U-Bahn in die Stadtmitte, um dort unseren Ausweis für hier zu beantragen. 
 Obwohl es nicht die Rush-Hour war, haben wir es erst in den fünften Zug der vorbeikam geschafft einzusteigen. Deswegen hab ich jetzt schon keine Lust auf den Weg zur Sprachschule, die ich dann für die nächsten zwei Wochen hab, weil wir da dann genau zu der Zeit fahren, in der am meisten los ist. Mal schaun, in den wievielten Zug ich es da dann schaff.  
Den größten Regen seit 7 Jahren haben wir jetzt in unserer ersten Woche auch schon gehabt und durften dann durch überschwemmte Straßen ewig zu unserer Kinderkrippe laufen. 
In der Mittagspause wurde dann der Fernseher angemacht und die ganze Zeit liefen Berichte über Überschwemmungen in ganz Santiago.  
Also die Temperaturen, die es zur Zeit in Deutschland hat, vermiss ich da schon... 
Aber im September fängt ja dann hoffentlich an wärmer zu werden.  
Einen richtigen Kulturschock hatte ich bis jetzt noch nicht wirklich. Zwar sieht man die Armut um sich herum und in dem Viertel, in dem ich wohn, ist die Armut schon ziemlich groß, aber irgendwie war ich darauf schon eingestellt und insgesamt gewöhnt man sich leider schnell daran. 
Richtig heftig war es nur, als wir vor einem Markt auf ein Taxi gewartet haben und plötzlich gemerkt haben, dass zwischen Mülleimern und Müllcontainern unter mehreren Planen auf dem Boden einfach Menschen wohnen und dann mit einem Motor, der nur nach Abgasen gestunken hat, versucht haben das Ganze zu heizen. 
Da hab ich dann echt gemerkt, dass die Armut hier doch nochmal größer ist, als man zuerst denkt. 
Aber sonst hab ich bis jetzt nur gute Erfahrungen gemacht und bin echt froh und dankbar über die voll netten ehemaligen Freiwilligen, die bis heute noch bei mir gewohnt haben und mir einfach alles erklärt haben, Tipps gegeben haben und mich überall mit hingenommen haben, sodass ich schon einige Chilenen kennenlernen konnte. 
Jetzt bin ich erstmal gespannt, wie meine richtigen Mitbewohner sind, die dann am Dienstag angekommen :) 
 Mal schauen, wie schnell ich wieder an Wlan komm, aber wahrscheinlich meld  ich mich nächstes Wochenende wieder. 
Ciao :)

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Kommentare: 3
  • #1

    Inge und Karl Rilling (Montag, 10 August 2015 10:39)

    Es gibt auch blauen Himmel in Chile. Danke für's Bild (mit Pool?) und den anschaulichen Bericht. Viel Spass in der Sprachschule und mit den "Neuen"
    Grüßle Oma + Opa

  • #2

    Anna Mayr (Montag, 10 August 2015 22:57)

    Das hört sich doch richtig gut liebes Debbylein:)!!!

  • #3

    Anna Mayr (Montag, 10 August 2015 22:58)

    *an