Und schon ist ein halbes Jahr um...

Sooo... Für meine Verhältnisse habt ihr jetzt ja echt schon ne Weile nichts mehr gehört und weil ich bald dann auch schon wieder im Urlaub bin und da nichts schreiben kann, wird dieser Blogeintrag ein bisschen größer, was aber auch an den ganzen Bildern liegt.

Kurze Zusammenfassung, was in der Zeit vom letzten Blogartikel bis heute passiert ist:

 

-mit dem Flieger nach Lima und von dort einen Ort weiter nach Lurin zum Zwischenseminar von Amntena

-eine Nacht in Hippie-Hostel in Lima

-nach Cusco, um dort 5 Tage Urlaub zu machen

-zurückgeflogen

-Rückkehr zur Arbeit

-Verabschiedung meiner Kinder in den Kindergarten

-Quartalsbericht

 

und jetzt dazu die Fotos :)

 

> Inkatempel in Cusco


> Ausflug zu den Salineras -ganz viele Salzbecken, die von einer sehr salzhaltigen Quelle gespeist werden und dann durch die Sonne innerhalb von 3 Tagen trocknen und so Salz produzieren; leider haben wir uns da ziemlich von unseren Taxifahrer verarschen lassen und ungefähr den dreifachen Preis gezahlt... dafür hat er uns dann einfach ohne zu fragen noch zu einer anderen Incastätte gefahren, zu der wir aber gar nicht wollten. 


>Blick über Cusco auf dem Weg zu einer Inkastätte


> auf dem Markt schön mit Alpaca-Pulli, Gammelhose und Hägematte ausgestattet; und es ist genial wie viele Früchte es gibt und wie wenig sie in Peru kosten... da ist selbst Chile im Vergleich schon teuer..

 

 


> Ausflug zum Schokomuseum in Cusco; mit ganz vielen Kostproben und heißer Schokolade zum kostenlos nachfüllen :)

 


> auch von unsrem Ausflug zum Inkatempel; eine unsrer vielen Pausen, weil unsere Köpfe die dünne Luft in mehr als 3000m Höhe dann doch ab und zu nicht ganz so gut vertragen haben...


>wieder daheim; total schön meine Kinder wieder zu sehen, die inzwischen gelernt haben einen Zug zu machen, um dann auf den patio (Hof) zu fahren...

 

>rechts: zusammen mit den kleineren Kindern aus der Sala nebenan die Milch getrunken, weil viele Kinder krank oder schon in den Ferien waren und daher die Salas teilweise zusammengelegt wurden 

 

 

> die Verabschiedung der größten Kinder, die dann ab März in den Kindergarten gehen... Am Vorhang steht frei übersetzt: "Öffne deine Flügel und fang an zu fliegen. Die Kinderkrippe bleibt für dich da; der Kindergarten wartet auf dich."

Die ganze Zeremonie war echt schön. Die Kinder kamen mittags mit ihren schönsten Kleidern und nach einem kleinen Programm, bei dem einige Tias, Antonia und ich einen wunderschönen Ententanz aufgeführt haben, wurde dann jedes Kind nach vorne gerufen und hat ein Diplom und Süßigkeiten bekommen. Abschließend wurde dann natürlich auch von jedem Kind noch ein Foto gemacht. 

Anschließend folgten ein paar Worte der Eltern und ein Video mit Bildern der Kinder, während es Kuchen gab.

Jetzt versteh ich auch, warum die Chilenen so begeistert von unserem bzw. deutschen Kuchen sind, weil einfach 90 Prozent der Kuchen gleich war und die restlichen 10 Prozent fertiger Kuchen aus dem Supermarkt. Warum das so ist weiß ich nicht, aber dann ist Apfelkuchen oder richtiger Schokoladenkuchen halt schon was besonderes.

Insgesamt wars ein echt schöner Tag, vorallem weil ich eingebunden wurde, als wäre ich auch eine "richtige" Tia meiner Sala und dann auch zur Diplomvergabe auf die Bühne geholt wurde.

Natürlich ist es auch traurig, dass meine Kinder dann bald weg sind, nachdem ich jetzt ein halbes Jahr jeden Tag so viel Zeit mit ihnen verbracht habe und ihre Entwicklung beobachten konnte, aber trotzdem bin ich schon gespannt auf März, wenn dann neue Kinder kommen und die ganzen Salas neu eingeteilt werden.

 

Also bis zum nächsten Mal :)

 

Und für die ganz viel lesen wollen, hier noch mein Quartalsbericht:

2. Quartalsbericht

 

So... Hiermit geht es also an meinen zweiten Quartalsbericht, was bedeutet, dass ich jetzt schon ein halbes Jahr hier bin.

Wenn ich einordnen müsste, wo und wann die Zeit in meinem Leben bis jetzt am schnellsten vorbeigegangen ist, dann wäre das auf jeden Fall hier.

Also was ist in meinem letzten Vierteljahr so Spannendes passiert?

Gefühlt bin ich im letzten Viertel meines Jahres mehr oder weniger richtig „angekommen“.

Ich habe angefangen mehr mit meinen Tias zu unternehmen, auch wenn dieses „mehr“ auf jeden Fall noch ausgebaut werden sollte.

Außerdem waren wir an vielen Wochenenden und auch an den Feiertagen nach Weihnachten im Urlaub.

Die Urlaube in Isla Negra, La Serena und über Silvester in Valparaiso sind Erinnerungen, die ich nicht so schnell vergessen werde.

Außerdem gab es viele „erste Male“.

Das erste Mal Weihnachten ohne Familie, ohne die gewohnten Traditionen.

Adventszeit ohne heiße Schokolade und Ofen, sondern dafür mit Schwimmbadausflug und Eis.

Und Silvester ohne die gewohnten Freunde und dem eigenen Feuerwerk auf den Feldern und der Straße, sondern stattdessen mit dem größten Feuerwerk Südamerikas in Valparaiso.

Natürlich hab ich in der Zeit auch viel an Familie und Freunde gedacht, vorallem weil ich einen wunderschönen Adventskalender geschickt bekommen habe, bei dem ich 24 Tage lang jeden Tag von einer anderen Person einen Brief geschickt bekommen habe.

Zwar hat die Post das System ein bisschen zerstört, sodass nur zwei Briefe pünktlich da waren, aber ich hab mich trotzdem total gefreut und Schokolade schmeckt ja auch noch einen Monat später gut.

 

Nach Silvester ging dann meine erste große Reise nach Peru los.

Dort fand in Lurin das Zwischenseminar von Amntena statt. Das Seminar war echt gut.

Unser Hostel war wunderschön und in der Nähe des Meers, sodass wir nach den Seminaren noch baden gehen konnten und auch der Seminarinhalt war interessant.

Wir haben viel über unsere Erfahrungen im ersten halben Jahr geredet und über mögliche Probleme, aber gleichzeitig haben wir auch auf unsere Rückkehr nach Deutschland geschaut und überlegt, was uns dort erwartet.

Auch das System von „weltwärts“ wurde wiederholt und schließlich haben wir noch einen Ausflug nach Lima gemacht.

Besonders habe ich mich über die Briefe gefreut, die wir auf unserem letzten Vorbereitungsseminar in Deutschland an die anderen Freiwilligen, aber auch an uns selbst geschrieben haben.

Das war wie ein Motivationsschreiben an mich selbst, mal wieder mehr zu machen, mehr von Santiago zu sehen und wichtige Menschen daheim in Deutschland nicht zu vernachlässigen.

Gleichzeitig war es ein bisschen deprimierend, dass ich immernoch nicht weiß, was ich nach meinem Jahr studieren soll und ich noch nicht so hier angekommen bin, wie ich mir das daheim vorgestellt hatte.

 

Nach dem Seminar sind ein paar der chilenischen Freiwilligen und ich noch nach Cusco, um dort die Freiwilligen zu besuchen und dort noch Zeit zu verbringen. Dieser Abstecher hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Cusco ist meiner Meinung nach eine echt schöne Stadt, auch wenn ich sie mir nicht so touristisch vorgestellt hatte.

Außerdem war es echt spannend eine andere Art des Freiwilligenlebens mitzubekommen, da wir in Chile schon in verhältnismäßigem Luxus leben. Deswegen war es etwas schwierig damit zurechtzukommen, dass das Wasser in manchen Teilen der Stadt einfach schon um 2 Uhr abgestellt wird und man dann mit dem hoffentlich bereits abgefüllten Wasser klar kommen muss.

Da war ich dann doch froh, wieder nach Santiago heimzukommen. Das war auch ein Moment, in dem ich gemerkt habe, wie sehr meine WG und das Haus schon zu meinem Zuhause wurde.

 

Im Bereich meiner Arbeit sind mir vorallem mein erstes Projekt: ein Adventskalender für die Kinder, und das Zurückkommen nach dem Urlaub in den Kopf gekommen, wenn ich jetzt zurückdenke.

Den Adventskalender zu planen und durchzuführen hat richtig Spaß gemacht, vorallem weil ich dann jeden Tag einen Teil des Tages auch selbst gestalten konnte und mit in den Tagesablauf eingebunden war.

Der zweite Punkt, das Zurückkommen, war auch echt schön. Ich wurde herzlich wieder empfangen und meine Kinder schienen mir alle einen Kopf größer und viel weiter entwickelt, obwohl ich sie nur 17 Tage nicht gesehen hatte.

Interessant zu sehen, wie schnell die Kinder in diesem Alter Fortschritte machen.

Kurz nach meiner Rückkehr war dann auch schon die Verabschiedung meiner Kinder in den Kindergarten.

Das war ein echt schöner und emotionaler Tag.

Jetzt bin ich dann schon echt gespannt auf März, wenn nach den Sommerferien dann das neue Jahr anfängt und die Gruppen neu eingeteilt werden.

Also mal schauen, was mich im nächsten Vierteljahr außer meinem Urlaub und dem Besuch meiner Eltern noch so erwartet...

 

 

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