Jetzt gehts heim...

Soo.. damit wäre wir wohl bei meinem vorerst letzten Blogeintrag.

Heute ist mein vorletzter Tag in Chile und morgen gehts dann in den Flieger zurück nach Deutschland.

Irgendwie realisier ich das Alles noch gar nicht. Es kann doch nicht sein, dass mein Jahr hier in Chile jetzt schon vorbei ist.

Wahrscheinlich begreif ich das erst, wenn ich dann in Deutschland aus dem Flughafen komme.

Gestern wurden Jana und ich richtig süß verabschiedet, weil wir heute frei haben, um unsere Zimmer auszuräumen und unsere Koffer zu packen.

Erst gab es morgens eine Überraschungsactividad, bei der wir mit allen Kindern der Sala Cuna eine kleine Abschiedsfeier mit ganz viel Kuchen gefeiert haben und nachmittags haben unsere Tias uns nochmal ein kleines Abschiedsessen organisiert, wozu mehrere Eltern und Großeltern verschiedene typisch chilenische Snacks mitgebracht haben.

Insgesamt eine echt schöne Verabschiedung, auch wenn es sehr, sehr seltsam war, mich von meinen Kindern zu verabschieden und zu wissen, dass ich sie wahrscheinlich nie wieder sehen werde, was natürlich auch für die Tias gilt, doch da ist es auf jeden Fall einfacher in Kontakt zu bleiben.

Jetzt gibts noch meinen letzten Quartalsbericht zu lesen und der Abschlussbericht darf natürlich auch nicht fehlen.

Ich sollte jetzt mal anfangen zu packen, bevor heute Abend noch ein letztes Mal zusammen gefeiert wird...

Bis dann :)


4. Quartalsbericht

 

 

 

Name und Einsatzstellennummer: Loos, Deborah, 201335

 

Einrichtung: Sala Cuna Millaray Recoleta/Huechuraba

 

 

 

Nachdem ich gerade eine Pause vom Packen und Zimmer leerräumen mache, wird es jetzt wohl Zeit meinen allerletzten Quartalsbericht zu schreiben.

 

Es ist einfach unfassbar, wie schnell dieses Jahr vorbeigegangen ist und vor allem das letzte Vierteljahr kam mir vor wie eine Woche.

 

Meine Arbeit in der Sala Cuna hat mir richtig viel Spaß bereitet, da  „meine Kinder“ mittlerweile ein so gutes Vertrauen zu mir aufgebaut haben und langsam auch die ersten Kinder anfangen meinen Namen zu können. Mein Ziel war eigentlich noch allen Kindern meiner Sala meinen Namen beizubringen, aber das hat leider nicht mehr ganz funktioniert.

 

Insgesamt war in letzter Zeit alles etwas chaotisch, da viele Tias gefehlt haben und daher Salas zusammengelegt wurden.

 

So auch meine Sala, die dann mit der Nachbargruppe mit etwas jüngeren Kindern zusammengelegt wurde, sodass ich statt meinen 9 bekannten Kindern, plötzlich mit bis zu 16 Kindern gearbeitet habe.

 

Das war dann zwar anstrengender, hat aber auch echt Spaß und Abwechslung gebracht.

 

Vor allem die letzten zwei Wochen waren nochmal richtig anstrengend, weil mehrere neue Kinder angemeldet wurden, die dann nur am Heulen waren und sich erst noch eingewöhnen mussten, während wir immer noch zu wenig Tias hatten und in zusammengelegten Salas gearbeitet haben.

 

Trotzdem habe ich die Arbeit  genossen und werde meine Kinder sehr vermissen.

 

In meiner Freizeit habe ich im letzten Vierteljahr versucht noch alles zu machen, was ich mir am Anfang des Jahres vorgenommen hatte.

 

Daher habe ich mit meinem Mitbewohner einen Wochenendausflug in den Süden gemacht, war mit unserer neuen Mitbewohnerin im Cajon de Maipú und hab insgesamt viel Zeit mit meiner WG verbracht.

 

Dazu kam mein letzter Urlaub, den ich mit zwei meiner Mitbewohner in Brasilien verbracht habe.

 

Nach langen Überlegungen haben wir uns entschieden eine Rundreise von Rio de Janeiro nach Foz de Iguassu und über  Sao Paulo wieder zurück nach Rio zu machen.

 

Das Ganze war echt ein Abenteuer, vor allem weil wir uns die Sprachbarrieren in Brasilien nicht so groß vorgestellt haben.

 

Dazu waren wir beide ziemlich krank, was uns aber nicht davon abgehalten hat, unseren Urlaub zu genießen.

 

Unerwartet gab es dann doch noch Winterferien in den Einrichtungen, da die Einrichtungen komplett zugemacht haben, statt wie normalerweise mit halber Besetzung weiterzuarbeiten.

 

So konnten wir die zusätzlich Zeit nutzen, um das Regierungsgebäude „La Moneda“ zu besichtigen, eine Reunion mit Helga zu machen und unser Haus für die neuen Freiwilligen gründlich sauber zu machen.

 

Leider war ich die letzten zwei Monaten eigentlich dauerhaft erkältet, was meine letzte Zeit ein bisschen getrübt hat, aber ich freu mich schon auf den Sommer in Deutschland, der mir dann hoffentlich hilft wieder richtig gesund zu werden.

 

Jetzt wird heute noch ein letztes Abschiedsfest gefeiert, bevor es dann morgen in den Flieger nach Deutschland geht, was ich dann wahrscheinlich aber erst realisieren kann, wenn ich wirklich im Flieger sitze.

 


Abschlussbericht –Mein Jahr in Santiago de Chile

 

 

 

 

 

 

Einsatzstelle: Sala Cuna Millaray  (Santiago de Chile)

 

 

 

Ein Jahr ist fast vorbei, also wird es Zeit, mal darüber nachzudenken, was dieses Jahr alles passiert ist.

 

Wie weit haben sich meine Erwartungen erfüllt, die ich mit nach Chile gebracht habe?

 

Was hat sich verändert und vor allem wie habe ich mich mit meinen Ansichten und meiner ganzen Art verändert?

 

Meine Höhen und Tiefen während des Freiwilligendienstes und und und...

 

 

 

Fangen wir mal mit meinen Erwartungen an.

 

Ich muss sagen, ich hatte, glaube ich, schon ziemlich hohe Erwartungen an das Jahr.

 

Irgendwie war meine Vorstellung immer, dass so ein Jahr, egal ob Au-Pair, FSJ, Work and Travel oder eben ein Freiwilligendienst, eine Person total verändert.

 

Ich denke jetzt immer noch so, aber ich glaube eher, dass man sich und die eigene Persönlichkeit während des Jahres besser kennen lernt und sich, wenn, dann dahingehend verändert, dass man sich nicht verstellt und so ist wie man sich fühlt.

 

Mir ist auch aufgefallen, dass es jetzt einfach anders geworden ist, zu leben und auch nie wieder so sein wird wie „früher“.

 

Es ist schon ein großer Schritt vom Leben bei Mama und Papa, mit Schule und Hobbys, zu einem Leben in dem man selbstständig entscheiden kann und muss,  wie viel man für die Woche einkauft und wie man seinen Urlaub gestalten will.

 

Dazu kam ein völlig anderer Alltag, mit Arbeit von morgens bis abends, an den ich mich erstmal gewöhnen musste.

 

Mittlerweile ist die Vorstellung nach Hause zu kommen und einfach wieder in mein altes Zimmer zu ziehen echt seltsam.

 

In diesem Jahr gab es zwar auch kleinere Tiefpunkte, diese wurden aber auf jeden Fall von den ganzen positiven Erlebnissen dieses Jahr in den Hintergrund gestellt.

 

Angefangen mit kleineren Wochenendausflügen, dann meinen Reisen nach Peru, Bolivien, Argentinien und Brasilien, wunderschönen Abenden in der WG und meiner Arbeit in der Kinderkrippe, der ich am Anfang noch etwas unsicher gegenüber stand, aber die mir mittlerweile sehr viel Freunde macht.

 

Auf jeden Fall lernt man unglaublich viel, wenn man ein Jahr in einem komplett anderen Umfeld verbringt.

 

Ich denke, beim Arbeiten habe ich am Meisten gelernt:

 

Im ersten Halbjahr, mit den größeren Kindern, wie man ihnen beibringt aufs Töpfchen zu gehen und wie man am Besten Kindern zum Essen überreden kann;

 

im zweiten Halbjahr dann bei den neuen, kleineren Kindern, wie man weinende Kinder beruhigen kann, zum Schlafen bringt, vier Kinder gleichzeitig füttert und so beschäftigt, dass sie keine Zeit haben, zu beißen oder sich gegenseitig umzurennen.

 

Aber auch außerhalb der Arbeit hab ich einiges gelernt.

 

Ich kann jetzt zudem einschätzen, wie viel vier Menschen in einer Woche essen, habe gelernt wie man einen Kühlschrank enteist, ohne warmes Wasser oder ganz ohne Wasser duscht und nach zwei geklauten Kameras dann hoffentlich auch, wie man besser auf seine Sachen aufpasst.

 

 

 

Und was kann ich abschließend sagen?

 

Die Zeit hier verging so schnell, wie noch nie in meinem Leben und trotzdem kam mir das Jahr so lang vor.

 

Wenn ich heute an das erste halbe Jahr zurück denke, kommt es mir gleichzeitig ganz weit weg vor und trotzdem als wäre ich gestern noch auf dem Zwischenseminar gewesen.

 

Mit allen Facetten bleibt es eine Erfahrung, über die ich sehr glücklich bin und die mir für immer bleiben wird...

 

 

 

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